Ein goldenes Kleid wirkt ein wenig wie eine große, weiche Reflektorplatte direkt neben dem Gesicht. Deshalb solltest du den Highlighter zunächst auf die entscheidenden Stellen beschränken – die Wangenknochen und den Brauenbogen –, statt ihn über das ganze Gesicht zu verteilen. Wähle das Rouge passend zu deiner natürlichen Röte und nicht zur Farbe des Stoffes. Bei den Lippen entscheidest du, ob Lipgloss oder matter Lippenstift die Menge an Glanz besser ergänzt, die das Kleid ohnehin schon auf die Fotos bringt.
- Metallisch goldener Stoff reflektiert warmes Licht auf das Gesicht – ähnlich wie ein goldener Reflektor, den Fotografen verwenden. Deshalb ist der Effekt auf Fotos stärker sichtbar als im normalen Spiegel.
- Trage den Highlighter in einer dünnen Schicht nur auf die oberen Wangenknochen und den Brauenbogen auf – das Kleid bringt bereits seinen eigenen Glanz mit, sodass du es hier leicht übertreiben kannst.
- Wähle das Rouge passend zu deiner natürlichen Röte und nicht zur Farbe des Kleides. Trage es nach dem Highlighter auf, wenn bereits sichtbar ist, wie viel Wärme das Gesicht hat.
- Lipgloss und matter Lippenstift verhalten sich bei Licht, das vom Gold reflektiert wird, unterschiedlich – entscheidend ist die Glanzbalance im ganzen Gesicht, nicht eine einzige „richtige“ Wahl.
Warum ein goldenes Kleid das Aussehen des Gesichts auf Fotos verändert
Ein metallisch goldener Stoff nahe am Gesicht und Dekolleté wirkt ähnlich wie ein fotografischer Reflektor: Er reflektiert einen Teil des einfallenden Lichts zurück auf das Motiv. Die Innenseiten solcher Reflektoren sind oft goldfarben, silbern oder mattweiß, gerade weil jede Farbe den Ton des reflektierten Lichts anders verändert (Quelle: Reflektor (Fotografie)). Bei Gold ist der Effekt warm: Auf die Haut fällt eine zusätzliche Schicht gelblich-orangen Lichts, die fehlt, wenn dieselbe Person in einem normalen Raum steht.
Dieser zusätzliche Farbton ist auf einem Foto stärker zu sehen als im echten Leben, denn Auge und Gehirn gleichen gemischte Lichtquellen laufend aus, während die Kamera sie wortwörtlich aufnimmt. Daher kommt das sogenannte Farbstich-Phänomen, das auftritt, wenn sich im Bildausschnitt Lichtquellen mit unterschiedlichen Farbtemperaturen mischen (Quelle: Farbstich). Außerdem kann eine stark gesättigte Farbe, die an die Haut grenzt – hier das Gold des Kleides –, die Wahrnehmung des Hauttons leicht in Richtung der Komplementärfarbe verschieben. Dieses Phänomen beschreibt Chevreuls Gesetz des Simultankontrasts (Quelle: Farbtheorie).
Wann der Effekt am stärksten sichtbar ist (Sonne, Blitz, Nähe zum Dekolleté)
Je näher der Stoff am Gesicht ist, desto stärker ist die Reflexion – ein Dekolleté oder Träger direkt am Hals reflektieren mehr Licht als ein Kleid, das erst ab der Taille zu sehen ist. Direktes Sonnenlicht und der Kamerablitz verstärken diesen Effekt zusätzlich, weil beide Lichtquellen intensiv und gerichtet sind. Dadurch wird das Licht leichter vom glänzenden Stoff direkt auf Wangen und Hals reflektiert. Bei diffusem, weichem Licht, zum Beispiel an einem bewölkten Tag oder bei seitlichem Lichteinfall, ist die Reflexion schwächer. Wenn du dein Make-up noch zu Hause planst, kannst du sie deshalb leicht vergessen.
Wie viel Highlighter bei einem goldenen Kleid zu viel ist
Highlighter reflektiert Licht und soll ausgewählte, hervorstehende Gesichtspartien betonen – meistens die Wangenknochen und den Brauenbogen –, statt die gesamte Hautoberfläche aufzuhellen (Quelle: Highlighter (Kosmetik)). Da das Kleid selbst bereits warmes, reflektiertes Licht auf das Gesicht bringt, addiert eine dicke Schicht eines glänzenden Produkts eine zweite Lichtquelle zur ersten. Genau dann wirken die Wangen auf Fotos oft zu „überbelichtet“.
Am besten trägst du eine dünne Schicht auf und prüfst das Ergebnis bei dem Licht, in dem du tatsächlich fotografiert wirst – bei künstlichem Licht zu Hause, im abendlichen Lichtsaal oder draußen in der Sonne. Beurteile dein Make-up nicht nur im Badezimmerspiegel. Wenn der Glanz im vorgesehenen Licht immer noch zu stark wirkt, lässt er sich leichter aufbauen, als von bereits abgepuderter Haut wieder abzunehmen.

Der Hersteller beschreibt Highlighter Champagne als dezenten Farbton auf heller und als wärmeren Farbton auf mittlerer Haut. Er wird mit einem kleinen Pinsel auf den oberen Teil der Wangenknochen und den Brauenbogen aufgetragen. Diese Beschreibung legt nahe, dass sich das Produkt leichter verblenden als aufbauen lässt. Das passt gut zu einem goldenen Kleid – denn durch den Stoff selbst bringst du ohnehin schon zusätzlichen Glanz mit.
Rouge auswählen, das die Wärme des Kleides ausgleicht
Statt das Rouge auf die Farbe des Kleides abzustimmen, achte zunächst darauf, wie deine Wangen aussehen, wenn du auf natürliche Weise errötest – nach Anstrengung, bei Kälte oder einfach aus Aufregung. Dieser natürliche Farbton ist ein guter Ausgangspunkt, denn das Make-up soll ihn betonen und nicht mit der Farbe des Stoffes konkurrieren, die ohnehin schon das ganze Gesicht beeinflusst.
Eine Creme- oder Flüssigformel, die mit der Haut verschmilzt, statt auf ihrer Oberfläche zu liegen, sieht meist natürlicher aus, wenn das vom Kleid reflektierte warme Licht bereits einen Teil der Farbe hinzufügt. Trage das Rouge nach dem Highlighter auf, nicht davor – erst dann siehst du, wie viel Wärme und Glanz das Gesicht bereits hat. So kannst du die Farbmenge auf den Wangen leichter abstimmen, damit der Gesamtlook nicht zu intensiv wird.
Liquid Blush Coral ist ein Beispiel für eine flüssige Formel, die du tropfenweise aufträgst und mit den Fingern oder einem Pinsel verblendest. Beurteile das Ergebnis erst nach dem Auftragen des Highlighters – ganz nach demselben Prinzip, Farbe mit einer kleineren Menge aufzubauen.
Lippen: Lipgloss oder matter Lippenstift zum goldenen Kleid
Lipgloss reflektiert das Licht genauso wie das Kleid und der Highlighter. Eine dünne Schicht lässt die Lippen gepflegt und leicht glänzend aussehen, während eine dicke Schicht dem Gesicht, das bereits viel Glanz hat, eine weitere Glanzquelle hinzufügt. Matter Lippenstift ist eine einfache Möglichkeit, den Glanz an anderen Stellen im Gesicht auszugleichen, ohne auf Lippenfarbe zu verzichten – matte Textur reflektiert das Licht einfach nicht so wie Lipgloss.
Keine der beiden Varianten ist an sich „besser“ – die Wahl hängt davon ab, wie viel Glanz der Rest des Make-ups bereits hat. Wenn der Highlighter dezent und das Rouge matt ist, rundet eine dünne Schicht Lipgloss auf den Lippen den Look ab, ohne zu übertreiben. Wenn der Highlighter stärker zu sehen ist, lässt matter Lippenstift das Auge zur Ruhe kommen.
Lip Gloss - 34 kannst du dünn auf die Lippenmitte auftragen und zu den Mundwinkeln hin verblenden. So trägst du weniger reflektierendes Produkt auf als bei einer vollständigen Abdeckung der Lippen.
So stellst du das gesamte Make-up für Fotos mit einem goldenen Kleid zusammen
Am einfachsten ist es, eine Hauptquelle für den Glanz auszuwählen – entweder den Highlighter oder Lipgloss auf den Lippen –, statt beides gleichzeitig zu maximieren. Wenn der Highlighter deutlich sichtbar ist, gönnen matter Lippenstift und dezentes Rouge dem Gesicht eine Pause. Wenn du dich für Lipgloss entscheidest, beschränkst du den Highlighter am besten auf die Wangenknochen.
Bevor du dein Make-up als fertig betrachtest, prüfe es bei dem Licht, in dem du tatsächlich zu sehen sein wirst, nicht unbedingt im Badezimmerlicht. Wähle Rouge und Lippenfarbe zuletzt aus, denn diese lassen sich am leichtesten anpassen, sobald du siehst, wie viel Glanz Highlighter und Kleid selbst mitbringen.
Wenn das Kleid in deinem Schrank eher marineblau als golden ist, gelten andere Regeln für den Farbausgleich – sie werden in einem separaten Ratgeber zum Make-up für ein marineblaues Kleid beschrieben. Eine ähnliche Logik für die Wahl von Rouge und Lipgloss, diesmal passend zu einem Valentinstagslook, findest du auch im Ratgeber zum Valentinstags-Make-up. Weitere Make-up-Ideen für verschiedene Anlässe haben wir auf dem DIVAZ-Blog zusammengestellt.